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Freitag, 3. Juli 2015

Wetter Spezial ! Wie entsteht mein Wetterbericht für Unwetteralarm und Malzhagenwetter !

Damit wir überhaupt warnen können brauchen wir gewisse Daten.
Nun vor allem Gewitterlagen kann man nur grob einschätzen. Um dann das wahre Geschehen einzuschätzen bedarf es einen sogenannten Nowcast. Das bedeutet das wir den Istzustand der Atmosphäre einschätzen und die Tendenz der nächsten 2 Stunden einschätzen.

Das sieht dann folgender Maßen aus.
Zuerst studieren wir für den Vorwarnbericht die Modellkarten. Dafür gibt es verschiedene Global- und Lokalmodelle. Dabei werden mittels Hochleistungscomputern die eingehenden Daten gesammel und gerechnet und simuliert wie sich das ganze weiter entwickelt. Das mache ich meisstens für das Team. Das sieht man auf dem ersten Bild. Von den dargestellten Karten und Details mache ich mir ein Bild und demnach schreibe ich den Vorwarntext und fertige die Warnkarte.
Mittags folgt bei bestimmten Wetterlagen ein Update. Hierbei fliesst nun der Nowcast ein. Das heisst Satellitenbild und Radar wird gecheckt und auch der Radiosondenaufstieg. Der Sondenaufstieg ist der Wetterballon und seine Daten zeigen einen Querschnitt in der Atmosphäre. Vor allem bei Unwetterlagen ist das enorm wichtig. Zudem werden auch die neuen Läufe der Modellkarten geprüft und verglichen ob sich das ganze so abspielt wie erwartet. Dabei kann sich die tatsächliche Lage anders abspielen als wie die Modelle das am Morgen noch gezeigt haben.
Das Warnteam sitzt dann meisst schon Gewehr bei Fuß um euch dann rechtzeitig zu warnen.
Im groben hoffe ich euch mal gezeigt zu haben wie die Vorhersagen bei uns entstehen.
Auf den zwei weiteren Bildern sehen wir das Wetter aus dem All vom Wettersatelliten. Die sind z.B. von heute und man sieht sehr schön die Gewitterzellen von Baden Würtemberg. Das 4. Bild zeigt die Grafik eines der genannten Radiosondenaufstiege die für uns als Forecaster wichtig sind. So können wir sehen wieviel Energie die Atmosphäre hat und ob diese instabil und labil genug ist um Gewitter zu produzieren oder ob sogar Unwetter drohen. Diese Daten werden ausgewertet und in den Updateberichten eingebunden.
So einen Bericht zu erstellen kann je nach Lage 1 bis 2 Stunden dauern, teilweise sogar länger. Denn man verlässt sich nicht nur auf ein Wettermodell sondern prüft auch andere im Modellvergleich.
So das wars mal aus Forecastersicht
herzlichst euer Udo Karow
Forecaster bei Unwetteralarm
Betreuer und Forecaster von Wetter in NRW

Dienstag, 11. November 2014

Kalt oder Warm - Blick in die Mittelfrist - Forecast 11.11.2014 + 240 h

Es stellt sich nach wie vor die Frage ob es beim Wetter weiterhin mild zugeht oder ob es kalt wird. Nun in der Mittelfrist ( Schlüsseldatum 20.11.2014 ) sind sich die Modelle uneinig.








das Globalmodell GFS ist eher ein kühler Geselle. Das Modell somuliert über den britischen Inseln und der Nordsee ein Hochdruckgebiet. Dadurch wäre durch eine Nordströmung die Tür für Kaltluft offen. Auch das Ensemble ( Beispiel Essen ) zeigt den Negativtrend. Somit könnten die Temperaturen in 850 hPa ausserhalb der Grenzschicht ins negative rutschen was sich auch am Boden bemerkbar machen könnte.

ECMWF sieht es dagegen anders und ist ein eher milder Geselle.




Das Hoch wäre eher über dem östlichen Skandinavien und würde aus südöstlichen Richtungen weiterhin milde Luft zu uns bringen. Dieses würde ein Fortbestand der milden Witterung bedeuten. 

Wie wir sehen herrscht absolute Uneinigkeit ob es warm oder kalt wird. In der Mittelfrist sind diese Unterschiede normal und mit hohen Unsicherheiten behaftet.

Was wäre denn ein Kaltluftbringer ?

Kaltluftbringer sind die Druckkonstellationen die eine nördliche, nordöstliche oder östliche Strömung beinhalten. Vor allem die Ostvariante bringt trocken kalte Kontinentalluft zu uns. Diese würde strengen Frost aber auch viel Sonnenschein bringen. Vorrausgesetzt wäre das über Sibirien und Russland ein kaltluftreservoir liegt.




Auf dem Bild sehen wir diese kaltluftoption Nordost bos Ost.

Die andere ist die Nordvariante :




Hierbei liegt ein Hoch über den britischen Inseln und öffnet so eine Nordströmung in der kaltluft polaren Ursprungs zu uns gelangen könnte. hierbei kann es auch zu kleinen Schneetiefs kommen die uns dementsprechend Schnee bringen könnten. 

Eine eher nordwestliche Strömung würde uns eher nasskaltes Wetter bescheren.


Wie es sich nun entwickelt bleibt abzuwarten. In dieser Woche bleibt erst ersteinmal mild über Deutschland.

Bildquellen 

wetterzentrale 


Forecast kann Fehler enthalten und ist daher ohne gewähr !!!

Malzhagenwetter 

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Eventwetter Halloween

Heute schaue ich für Sie auf Halloween. In Deutschland wurde ja teilweise die amerikanische Tradition Halloween zu feiern übernommen. Auch gibt es viele Verantstaltungen mit diesem Thema. Daher schaue ich für Sie mal auf die Wetterlage.


In diesem Sinne sieht das Wetter zu Halloween recht gut aus.





Die Europakarte zeigt hier eine typische Vorderseite an. So befindet sich Deutschland unter einem sogenannten Höhenrücken der ein bodennahes Hochdruckgebiet stützt. Über Nordwesteuropa befindet sich ein hochreichendes Sturmtief das Grossbritannien und Island beeinflusst. Zwischen den beiden Druckkomponenten ( Sturmtief / Höhenrücken ) wird mit einer südwestlichen Strömung warme Luft nach Deutschland geführt. Die Druckgebiet zeigen sich in allen Höhenschichten.  Durch die antizyklonalen Bedingungen ist nicht mit Niederschlag zu rechnen. Teilweise ist tagsüber ausser Hochnebel oder Nebel kaum mit Bewölkung, höchstens hohe Bewölkung zu rechnen. Vor allem im Südosten Deutschlands könnte sich der Hochnebel sich recht zäh halten. Dennoch kann man mit guten Gewissen sagen das es trocken bleibt und somit ein angenehmes Halloween zu erwarten ist. In der Nacht zu Samstag ist im Südosten Bodenfrost eventuell sogar mit leichtem Luftfrost zu rechnen. Es bleibt aber trocken und teilsweise klar und vor allem im Südosten mit einer hohen Nebelgefahr. Im Nordwesten weht dazu ein mäßiger Wind und in den höheren Lagen der westlichen Mittelgebirge sowie an der Nordseeküste ist ein böiger Wind zu erwarten der teilweise Stärke 6 eventuell 7 Beaufort erreichen könnte.




Am Samstag ist ein Fortbestand der milden Vorderseitenlage zu erwarten. Die Temperaturen könnten am Samstag auf bis zu 20 Grad steigen.

Ausblick : Am Sonntagnachmittag zieht allmählich ein neuer Tiefausläufer aus Westen heran. Wie es dann weitergeht ist noch nicht ganz sicher aber die Westhälfte könnte in den Einflussbereich eines Troges kommen.


Fazit : Es ist ein angenehmes und mildes Halloweenwetter zu erwarten.

Quelle der Karten : wetter3

Alle Angaben ohne Gewähr !



Dienstag, 28. Oktober 2014

Hobbiemeteorologie und Aufbau der Station Malzhagenwetter

Die Meteorologie ist eine spannende und abwechslungsreiche Wissenschaft. Ich beschäftige mich seit 2009 intensiv mit dieser Wissenschaft. Dabei baue ich in Nümbrecht im Ortsteil Malzhagen eine Wetterwarte auf.

Nümbrecht gilt als heilklimatischer Kurort und befindet sich im oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Der Ortsteil Malzhagen liegt dabei in einem Art Tal auf einer Höhe von etwa 257 Meter über NN. Mein zusätzlicher Beobachtungspunkt ( Spotting / Chasingpoint ) liegt auf etwa 300 Metern Höhe und ist fast schon eine exponierte Lage.

Das Problem ist die Lage das Grundstücks. Dieser liegt am Waldrand und somit lässt sich eine feste Windmessanlage nicht bauen da der Wind durch die umliegenden Bäume abgeschirmt wird. Daher habe ich mich dazu entschlossen mehr Wert auf den Niederschlag zu legen.

Bei dem Erfassen der Daten halte ich mich an die Richtlinien der #WMO ( World Weather Watch Programm )

Folgende Werte werden erfasst ( manuell )

Temperatur - Messhöhe 2 Meter über Boden ( Schatten )
Luftfeuchte
Bodenluftdruck auf Meereshöhe reduziert ( Sea level pressure #SLP )
Niederschlag in mm ( Werteablesung alle 24 Stunden )
Schneehöhe in cm

Zusätzlich Luftdrucktendenz , Wetterzustand, Wettererscheinungen , Wolkengattung

Geplant : Bodentemperaturerfassung, Erfassung der Temperatur in 5 cm über Boden

Alle Werte und andere Informationen auf Malzhagenwetter






Die Station liegt wie schon erwähnt in einem Tal bzw. Senke auf etwa 257 Meter. Hügel in der Umgebung haben Höhen von 280 bis 300 Meter über NN. Derzeit verwende ich vorläufige herkömmliche Messgeräte die aber nach und nach ausgetauscht werden sollen gegen professionelle Geräte. Zudem überlege ich einen Blitzdetektor zu installieren.





Auf dem Bild sieht man in etwa die Lage der Station, dennoch lassen sich ausgezeichnet die Wetterdaten erfassen.

Zusätzlich zu dem Erfassen der Wetterdaten schreibe ich tagtäglich Wetterbericht mit Blick auf das Europawetter. Dabei fertige ich eine Europawetterkarte an die ich nach dem Globalmodell GFS erstelle. Dabei zeichne ich die Karte ab. So bekomme ich ein Gefühl bzw. Gespür für die Wetterlage die ich dann in meine Prognose einfliessen lasse.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der oben genannten Website